Die therapeutische Lüge

O D E R ; „Nehmen Sie bitte noch Ihre Tablette, die ist g u t für Sie“ Nach aktuellen Erkenntnissen v e r k ü r z e n alle Neuroleptika die Lebensdauer dementer Patienten. Und wenn die Tablette ein Neuroleptika ist? Und wenn es, sagen wir mal „Risperdal“ ist? Sicherlich haben Sie diesen Spruch auch schon oft gehört und vielleicht haben Sie sich dann auch gefragt, … stimmt dass denn eigentlich? Sind Neuroleptika (gerade in der Langzeittherapie) denn wirklich „gut“? Neuroleptika, auch Antipsychotika oder Nervendämpfungsmittel, wirken psychotischen Symptomen wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen entgegen. Gleichzeitig haben sie oft eine beruhigende, dämpfende Wirkung. Neuroleptika werden vor allem bei schizophrenen Erkrankungen…
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Technische Hilfsmittel zur Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen

Pflegeheime können ganz oder zumindest weitgehend ohne freiheitsentziehende Maßnahmen auskommen, wenn alle Alternativen und der Einsatz technischer Hilfsmittel allumfänglich geprüft werden. Ein Heimleiter berichtet über seine Erfahrungen als Verfahrenspfleger nach dem "Werdenfelser Weg" und ist zurecht stolz darauf, dass in seinem Haus keinerlei freiheitsentziehende Maßnahmen angewandt werden.
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Wie können medikamentöse Fixierung in Pflegeheimen verringert werden.

Ein Betrag von Herrn Dr. Sebastian Kirsch (Mitbegründer und seither der „juristische Kopf“ der Idee des Werdenfelser Weges) Wenn man medikamentöse Fixierung in Pflegeheimen verringern will, muss man sich in der Pflege eingestehen, dass in vielen Situationen eben nicht der therapeutische Behandlungszweck eines Krankheitsbilds im Vordergrund steht, wenn Psychopharmaka eingesetzt werden, sondern ein pflegerisches Problem mit Verhaltensweisen, das nicht pflegerisch, sondern medikamentös „gelöst“ werden soll. Das bedeutet, man muss über den Tellerrand einer Profession hinausschauen. Dazu Prof. Dr. phil. Dr. med. Dipl. – Psych. Rolf D. Hirsch , Facharzt für Nervenheilkunde, ier als Arzt glaubwürdig zwischen dem ärztlich therapeutischen Blickwinkel und pflegerischen Problemstellungen wechseln kann. Direktlink zum Vortrag auf Youtube…
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Erforderlichkeit freiheitsentziehender Maßnahmen (hier : Niederflurbett als milderes Mittel)

Bei der Genehmigung freiheitsbeschränkender Maßnahmen sind auch die tatsächlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Verfügt ein Heim nur über eine begrenzte Anzahl an Niederflurbetten, so kann die Anordnung der Freiheitsbeschränkung „Bettgitter zu den Bettruhezeiten und Sitzhose im Rollstuhl“ erforderlich sein, sodass der Einsatz eines Niederflurbettes nicht als milderes Mittel in Betracht kommt. Lediglich die Heimaufsicht – und nicht das mit der Sache befasste Gericht oder der Betreuer – ist berechtigt und ggf. verpflichtet, die einzelnen Einrichtungen zur Anschaffung von zusätzlichen Niederflurbetten verpflichten. (Redaktioneller Leitsatz) LG Arnsberg, Beschluss vom 27. August 2015 – 5 T 229/15
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Studie: Demenzkranke zu oft mit Neuroleptika ruhiggestellt

Die Medikamente helfen nicht gegen die eigentliche Demenz, sondern sie helfen, wenn überhaupt, gegen Unruhezustände, gegen auffälliges oder herausforderndes Verhalten, das heißt also Schreien, Herumlaufen, körperliche Unruhe, Schlafstörungen und Ähnliches. Dagegen sollen die Medikamente helfen, aber das tun sie leider nicht immer. Die Sterblichkeit der Demenzpatienten wird durch Neuroleptika-Gabe erhöht, die Schlaganfallhäufigkeit ist erhöht, das Risiko für Herzinfarkt ist erhöht, das Sturzrisiko ist erhöht. Generell körperliche Einschränkungen als Nebenwirkungen der Neuroleptika treten dann auf, die Lebensqualität der Bewohner sinkt. Direktlink zum Beitrag
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„Gewalt fängt nicht erst beim Schlagen an“

Mit der Freiheitsbeschränkung eines pflegebedürftigen Menschen erfolgt ein massiver Eingriff in seine persönlichen Rechte, der in den allermeisten Fällen vermeidbar wäre. Im ZQP-Report werden häufige Ursachen, aber auch alternative Lösungen zu freiheitsentziehenden Maßnahmen aufgezeigt. „Gewalt fängt nicht erst beim Schlagen an. Misshandlung alter und pflegebedürftiger Menschen kann viele Gesichter haben“ Direktlink zum Beitrag
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Ans Bett gefesselt

Die Ankündigung von NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD), die gerichtlichen Genehmigungen von Leibgurten und Bettgittern im Pflegebereich stark zu reduzieren, ist in Essen auf viel Zustimmung gestoßen. „Ich glaube, dass sich mit sehr guten Alternativen wie herunterfahrbaren Betten oder speziellen Polstern 90 Prozent der freiheitsentziehenden Maßnahmen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verhindern lassen“, hatte Kutschaty betont (die NRZ berichtete). Direktlink zum Beitrag
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„Werdenfelser Weg“ in Hamburg: 130 Verfahrenspflegekräfte ausgebildet – Deutlich weniger richterlich angeordnete Fixierungen

Hamburg – Gurte, Bettgitter oder andere mechanischen Fixierungen von Pflegebedürftigen in der Altenpflege sind in vielen Fällen verzichtbar – das zeigt das Modell des so genannten „Werdenfelser Weges“. Um dieses Konzept für eine würdevollere Pflege auch in Hamburg zu etablieren, hat die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) in den vergangenen zwei Jahren ein Projekt des Vereins „Leben mit Behinderung“ gefördert. Mit Erfolg: Es wurden mehr als 130 Verfahrenspflegerinnen und Verfahrenspfleger ausgebildet und die Zahl der richterlich genehmigten Maßnahmen zum Freiheitsentzug ist von 756 im Jahr 2012 auf 493 im Jahr 2014 zurückgegangen. Direktlink zum Beitrag
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Eingezäunte Freiheit

In Deutschlands erstem Demenzdorf sind noch zahlreiche Plätze frei. Das liegt auch an der Debatte um den Zaun, der das Gelände umschließt. Kritiker empören sich, dass Menschen mit Demenz einfach weggesperrt würden – Angehörige und Pfleger halten dagegen. Ein Besuch. Von Felicitas Kock, Hameln Direktlink zum Beitrag
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