Anwendungsrisiken von freiheitsentziehenden Maßnahmen

Die Anwendung von FEM birgt auch bei sachgemäßer Durchführung immer ein hohes Verletzungs- und Gefahrenpotential für die Betroffenen, weswegen Pflegekräfte auch bei der Umsetzung von FEM immer die körperliche Unversehrtheit des Betroffenen als oberstes Ziel ihrer Arbeit betrachten sollten.
FEM bergen aber nicht nur physische Gefahren für die Betroffenen, auch die Psyche kann unter der Anwendung von FEM massiv leiden. FEM können von den betroffenen Bewohnern auf unterschiedliche Weise wahrgenommen und erlebt werden. Fixierungen können in sehr seltenen Fällen von ihnen als Beruhigung, Entlastung, sichernde Zuwendung oder Geborgenheit empfunden werden, die meisten Betroffenen jedoch fühlen sich gedemütigt, bloß gestellt, bedroht und/oder ausgeliefert. (1)

Im Allgemeinen können betroffene psychiatrische Patienten auch bei einer akuten psychotischen Symptomatik genau und anschaulich wiedergeben, wie sie die Zwangsmaßnahme empfunden haben.(2) Des Weiteren führen FEM häufig zu sozialer Isolation der Betroffenen und können auch die Agitation noch erhöhen, indem sie die innere Unruhe verstärken und akute Stresssymptome auslösen. Damit einher, gehen sowohl die Verstärkung der psychiatrischen Erkrankungen, sowie, durch akuten Stress bedingte, Hypertonie und Herzversagen, die zum plötzlichen Tod des Betroffenen führen können.(3)
Auch die mechanisch entstehenden Gefahren für Betroffene sind nicht zu unterschätzen, insbesondere die körpernahen Fixierungen können Komplikationen wie Dekubitus, Entzündungen, Infektionen, Thrombosen, sowie Stuhl- und Harninkontinenz zur Folge haben.(4) Werden FEM unsachgemäß angewandt, können sie erhebliche Verletzungen oder sogar den Tod nach sich ziehen. (5)

Quellenangaben:

  • 1 Vgl.: Köpke, S., et al., 2015, S.59
  • 2 Vgl.: Ketelsen, R., Schulz, M., Zechert, C., 2004, S.114, zit.n. Pieters, V., 2003
  • 3 Vgl.: Brucker, U., 2013, S. 15
  • 4 Vgl.: Berzlanovich, A., o.J.
  • 5 Vgl.: Berzlanovich, A., o.J.